Womit fange ich an? Auch ich hab die üblichen Schuhe jahrelang nicht hinterfragt - jedenfalls nicht "philosophisch". Zwar habe ich mich jahrelang beim Schuhsuchen geärgert, weil mir alle Schuhe tendentiell zu schmal waren, und nachher bei vielen Exemplaren, weil sie seitlich aus dem selben Grund schnell kaputt waren. Ich schob es auf meine vermutlich überdurchschnittlich breiten Füße - ich hab mir ja auch nie speziell angeschaut, wie breit die Füße anderer sind.
Eigenschaften wie Fersensprengung (Absätze, hinten höher als vorne, siehe auch Was ist eigentlich an klassischen Schuhen so schlecht?) empfand ich als normal und unbedenklich, ein Fußbett als sehr bequem.
Jetzt, nach dem Umstieg auf minimalistische Schuhe bzw. barfuß, hat sich das schlagartig geändert.
Noch an teure Trailschuhe mit Fersensprengung und Fußbett gewöhnt, taten mir meine Füße bei längeren Strecken mit flachen Sneakers weh. Jetzt weiß ich, dass lag an meiner damals noch mangelhaft ausgeprägten Fußmuskulatur. Jetzt, nach fast schon zwei Monaten in Barfußschuhen, weiß ich, wieso so etwas zustande kommt. Die Füße im Fußbett können quasi schlafen, und wenn die Muskeln nicht gebraucht werden, bilden sie sich zurück.
Abgesehen davon hindern uns Schuhe mit Fersensprengung und Fußbett in Kombination mit ihrer Steifheit am natürlichen gehen und laufen.
Doch was sind die Unterschiede zwischen natürlichen und künstlichen Geh- und Laufbewegungen?
Gehen
Beim natürlichen Gang macht man viel kleinere Schritte. Diese erlauben es, sofern man auch barfuß oder zumindest mit minimalistischen Schuhen unterwegs ist, flach mit dem Fuß aufzutreten. Die Ferse mit ihrem Fersenbein, einem harten Knochen, muss nicht den Stoß abfangen, und das ist gut so, denn dafür ist sie auch nicht gemacht.
Klassische Schuhe erlauben uns es nun, viel größere Schritte zu machen, die man dann zwangsläufig nur mehr hinten mit der Ferse abfedern kann - kein Problem dank der Federung der Schuhe. Aber probiert mal bloßfüßig auf Asphalt so große Schritte zu machen. Das tut nämlich weh. Generell macht man mit blanken Füßen viel kleinere Schritte. Warum? Weil das natürlich ist. Beim gehen ist das noch nicht so problematisch wie beim laufen, obwohl man auch hier durch minimalistische oder gar Barfußschuhe und den natürlichen Gang häufigen Problemen wie dem Fersensporn zu entgehen.
Ich werde bei Gelegenheit auch noch mal den Barfußgang im Vergleich zum Gang mit Schuhen filmen.
Laufen
Die genaue Technik des Barfußlaufens hab ich ja schon beschrieben - deshalb werde ich mich kurz fassen, und erklären, wieso das durch Laufschuhe mit Fersensprengung ermöglichte "Heel Striking", also das aufkommen mit der Ferse, unnatürlich und ungesund ist.
Wie bereits oben für das Gehen festgehalten ist der menschliche Fuß nicht dafür gemacht, Stöße mit der Ferse abzufangen. Beim gehen ist das nicht so offensichtlich wie beim laufen. Stöße kann der Fuß nur abfedern, wenn man zuerst mit dem Vorderfuß bzw. Ballen und dann erst mit der Ferse aufkommt.
Weil ihr wahrscheinlich gerade nicht barfußlaufen wollt, hab ich mir überlegt, wie ihr das einfacher überprüfen könnt: Springen. Steht auf, springt mal ganz natürlich in ein kleines Stück am Stand in die Höhe. Ihr merkt, dass ihr am Ballen aufkommt, und der Stoß schön abgefedert wird. Nun springt nochmal, aber diesmal nur ganz leicht, und landet absichtlich auf der Ferse -AUTSCH, oder? Richtig, Fersenbein = Knochen = unnatürlich = schlecht.
Der unter Laufkennern als Jogging bezeichnete Laufstil samt Schuhen mit Fersensprengung erlaubt und fördert aber genau das aufkommen mit der Ferse, das "Heel Striking". Dieses bringt höhere Belastungen für die Knie und den restlichen Körper. Es gibt laut Lee Saxby, dem bekannten Barefoot Running Coach (Lee Saxby auf Youtube), viele Menschen, die ihre Knieprobleme durch das Umstellen von Jogging auf Barefoot Running loswerden. Nach Millionen von Jahren der Evolution ist unser Fuß bestens für das Barfußlaufen geeignet - für das Jogging jedoch wurde er nicht gemacht!
Babies und die ersten Schritte
Falls jemand im Bekanntenkreis kleine Kinder hat, habt ihr das vielleicht selbst schon beobachtet: Das Gehen mit Schuhen scheint allen Kleinkindern, die gerade erst gehen gelernt haben, sehr schwer zu fallen.
Ich hab das bei einer Bekannten beobachtet: ihre Tochter konnte bereits gut gehen und sogar schon kurze Strecken flott laufen, doch sobald man ihr Schuhe anzog, veränderte sich das schlagartig. Sie torkelte plötzlich umher, verlor oft das Gleichgewicht, und fiel regelmäßig hin. Und drei Minuten vorher lief sich noch umher wie ein Profi. Kein Zufall. Das liegt hauptsächlich an der mangelnden Propriozeption, also der Fähigkeit, den Boden mit den Füßen wahrzunehmen und zu analysieren (mehr zur Propriozeption gibts in diesem Post), und an der steifen Schuhsohle. Selbst flache Schuhe unterbinden die Propriozeption fast völlig, das Gehirn bekommt viel zu wenige Informationen über die Beschaffenheit des Bodens.
Fazit:
Sowohl beim laufen als auch beim gehen sollte man nicht mit der Ferse zuerst aufkommen, da diese Stöße nicht abfedern kann. Der natürliche Gang bzw. Laufstil wird von klassischen Schuhen stark behindert - bester Beweis sind Babies, die gerade gehen lernen - also, Umsteigen auf minimalistische oder Barfußschuhe bzw. ganz bloßfüßig im Sommer.
Links zum richtigen gehen, springen und laufen findet ihr hier auf der Vivobarefoot Homepage.
Barfußlaufen ist viel angenehmer, schöner, und vor allem gesünder für die Gelenke und den ganzen Körper. In diesem Blog möchte ich euch von meinen Erfahrungen berichten, Tipps und Hinweise geben, sowie die Technik des Barfußlaufens in eigenen Worten erklären. Barefoot running as the natural way of running is much healthier for your body. In this blog, I want to share my experiences with you, and provide some tips and tricks on how to best begin running barefoot.
Wandern - Auch barfuß ein Vergnügen
Sonntag, 18. Oktober 2015
Propriozeption - ein Kurzbericht
Propriozeption (von lateinisch proprius „eigen“ und recipere „aufnehmen“) bezeichnet die Wahrnehmung von Körperbewegung und -lage im Raum (Quelle: Wikipedia). Aufs Barfußgehen - und laufen bezogen geht es darum, dass der Fuß durch Kontakt mit dem Untergrund viele Informationen generiert, die über die Nervenbahnen bis ins Gehirn weitergeleitet werden. Dort berechnet dann das Gehirn innerhalb kürzester Zeit die Beschaffenheit des Bodens und, wie man den Fuß bei diesem Schritt am besten belastet.
Die Propriorezeption ist jedoch nicht nur auf den Untergrund beschränkt: Sie ist auch der Grund, warum wir in der Lage sind, Bewegungen wie Werfen, Fangen, Springen, Klettern, Laufen und viele mehr überhaupt durchführen können.
Jetzt stellt euch doch einmal vor, was passiert, wenn man sich Schuhe mit 3cm Gelpad-Federung in den Weg stellt. Abgesehen vom Stoß bekommt das Gehirn praktisch gar keine Informationen vom Boden mehr. Man tritt also fast ohne Gefühl auf, wodurch die Qualität des Bewegungsmusters stark leidet.
Ich gehe regelmäßig in Kärnten auf einem steilen, hängenden Pfad laufen - das kann bei rutschigen Verhältnissen durchaus gefährlich sein. Manche spitzeren Steine sind zwar mit Laufschuhen beim Auftritt weniger spürbar, generell fühle ich mich beim Laufen mit Barfußschuhen bzw. ganz barfuß im Sommer viel sicherer. Warum? Der unbehinderte Kontakt zum Boden liefert Informationen, die es mir ermöglichen, schnell auf die Bodenverhältnisse zu reagieren. Meine Füße schmiegen sich automatisch an unebene, schräge Steine an; bei rutschigen Verhältnissen "greifen" meine Zehen, um den Halt zu sichern und das Abrutschen zu verhindern. Die kleineren, flinkeren Schritte des Barfußlaufstils verleihen zusammen mit der dadurch verbundenen Möglichkeit, schneller zu reagieren, noch zusätzliche Sicherheit. Möglichkeiten, die sich mit klassischen Laufschuhen in dieser Form nicht bieten.
Also: selbst in gebirgigem, steilem oder generell anspruchsvollem Gelände muss es keineswegs von vornherein sicherer sein, mit klassichen Trail/Laufschuhen unterwegs zu sein. Meine bisherigen Erfahrungen zeigen eher das Gegenteil. Achtung natürlich auf spitze Steine, vor allem wenn man blößfüßig läuft!
Die Propriorezeption ist jedoch nicht nur auf den Untergrund beschränkt: Sie ist auch der Grund, warum wir in der Lage sind, Bewegungen wie Werfen, Fangen, Springen, Klettern, Laufen und viele mehr überhaupt durchführen können.
Jetzt stellt euch doch einmal vor, was passiert, wenn man sich Schuhe mit 3cm Gelpad-Federung in den Weg stellt. Abgesehen vom Stoß bekommt das Gehirn praktisch gar keine Informationen vom Boden mehr. Man tritt also fast ohne Gefühl auf, wodurch die Qualität des Bewegungsmusters stark leidet.
Ich gehe regelmäßig in Kärnten auf einem steilen, hängenden Pfad laufen - das kann bei rutschigen Verhältnissen durchaus gefährlich sein. Manche spitzeren Steine sind zwar mit Laufschuhen beim Auftritt weniger spürbar, generell fühle ich mich beim Laufen mit Barfußschuhen bzw. ganz barfuß im Sommer viel sicherer. Warum? Der unbehinderte Kontakt zum Boden liefert Informationen, die es mir ermöglichen, schnell auf die Bodenverhältnisse zu reagieren. Meine Füße schmiegen sich automatisch an unebene, schräge Steine an; bei rutschigen Verhältnissen "greifen" meine Zehen, um den Halt zu sichern und das Abrutschen zu verhindern. Die kleineren, flinkeren Schritte des Barfußlaufstils verleihen zusammen mit der dadurch verbundenen Möglichkeit, schneller zu reagieren, noch zusätzliche Sicherheit. Möglichkeiten, die sich mit klassischen Laufschuhen in dieser Form nicht bieten.
Also: selbst in gebirgigem, steilem oder generell anspruchsvollem Gelände muss es keineswegs von vornherein sicherer sein, mit klassichen Trail/Laufschuhen unterwegs zu sein. Meine bisherigen Erfahrungen zeigen eher das Gegenteil. Achtung natürlich auf spitze Steine, vor allem wenn man blößfüßig läuft!
Freitag, 16. Oktober 2015
Radfahren mit Barfußschuhen - ein Bericht meiner bisherigen Erlebnisse
Was ist nun der Unterschied zwischen Radfahren mit Barfußschuhen und Radfahren mit klassischen flachen Schuhen oder Trailschuhen?
- Gefühl: an klassische Schuhe gewöhnte Radler werden den Halt im Schuh loben, begeisterte Barfußverfechter die Freiheit und die Bequemlichkeit.
- Halt an den Pedalen: das hängt meiner Meinung nach ganz stark von der Oberfläche der Pedale selbst ab: Auf manchen Rädern hab ich mit den Barfußschuhen weniger Halt, auf anderen mehr. Mit Trailschuhen bleibt man auf manchen Pedalen oft hängen, was auch nervig sein kann.
- Auswirkung auf den Körper: Abgesehen davon, dass zu fest zugebundene Schuhe vor allem bei längeren Radtouren unangenehm sein können (vor allem im Vergleich zu Barfußschuhen), wirken sich bestimmte Eigenschaften vieler klassischer Schuhe (dazu hab ich einen eigenen Post verfasst) auch beim Radfahren negativ aus. Durch die Fersensprengung und die dicke, steife Sprengung bei Trailschuhen zum Beispiel: die Flexibilität wird dem Fuß genommen, er kann nicht mehr richtig arbeiten. Weiters werden die Sehnen und Muskeln hinten in der Wade nicht ordentlich gedehnt. Generell ist es wichtig, nach dem Radfahren zu dehnen, damit sich diese Muskeln nicht verkürzen.
- Durch die stark flexible Sohle wird, wie ich meine, beim Radeln mit Barfußschuhen (bzw. natürlich auch beim Barfußradeln, wobei das eher nur für kurze, verkehrsarme Strecken zu empfehlen ist) auch die Fußmuskulatur viel stärker gefordert und dadurch auch gestärkt.
Fazit:
Durch klassische Trailschuhe hervorgerufene Schmerzen außen an den Knien sind durch den Umstieg auf Barfußschuhe bei mir gänzlich verschwunden. Alternativ zu Barfußschuhen kann man natürlich auch einfach mit besonders flachen Schuhen radfahren, wobei leider nur mehr sehr wenige atmungsaktive Sportschuhe mit flacher Sohle in den Geschäften zu finden sind.
Also: wenn man Barfußschuhe daheim hat, ruhig auch damit radfahren gehen.
Donnerstag, 15. Oktober 2015
Tips for beginners - exercises before starting to run barefoot
Before you put on your newly bought barefoot shoes and start running, there are a few exercises I would recommend you to do. They will help to improve your flexibility and the natural cushioning effect of your feet, which are, according to studies, responsible for cushioning the impact by more than 50% when running barefoot. This really helps to take the impact off your knees and hips.
Squats
A simple, but really important exercise, are squats. Everybody who has read or heard about the squatting technique knows that the "right" way to do a squat varies greatly, depending on where you look.
The version recommended by barefoot running coach Lee Saxby emphasizes the following points: your feet and toes point very much outwards (they should be by no means parallel). Your pelvis should be very close to the ground. This helps to stretch your calves, tendons and the other muscles, and the mobility of your spine is also improved.
Here is a link to the video:
https://vimeo.com/19357331
Jumping
Apart from flexibility in the spine and stretching of your lower legs, the "cushioning effect" through the muscles in your feet has to be trained. The very simple way of training those muscles is jumping. The important thing here is not to jump particularly high or far, but to keep to the right rhythm (you have guessed it, 180bpm). Check out the video:
https://vimeo.com/19359137
This rhythm corresponds to the natural elasticity of your body's tensions - if your rhythm deviates too much from 180bpm, you will tire much more quickly, and also risk injuries.
Besides the classic two-legged jumps, you can also do one-legged jumps, which will prepare you for harder impacts, and help improve your balance.
If you have a rope, your can also use that for jumping. It will help motivate you for longer jumping sessions.
When are you ready for barefoot running?
Principally you could soon start with short distances (1-2km, off-road). If you are patient, you could do other exercises besides squats and jumps before starting to run.
But to know when you are really ready, there is something measurable out there.
Jay Dicharry of RunningTimesMagazine uploaded a Video to youtube that describes three simple tests. If you are able to pass those properly, you should have the correct prerequisites for barefoot running. Jay also emphasizes the importance of ankle mobility and the balls of the feet, especially the large toe.
The three tests are in short:
Conclusion - Preparation for barefoot running
I myself unfortunately did not perform these exercises before I started barefoot running. Luckily, I did not suffer heavy consequences. Still, I observed that some difficulties like muscle soreness or sporadic ankle pain vanished soon after I started doing these training exercises.
Barefoot running coach Lee Saxby recommends doing these exercises for two weeks before beginning to run. Additionally, I would recommend you to wear especially flat shoes in the beginning. They don't have to be barefoot shoes, but it would be nice if their heels are not 2cm or even higher.
To finish up, here is another video with some more exercises:
https://vimeo.com/12551218
Squats
A simple, but really important exercise, are squats. Everybody who has read or heard about the squatting technique knows that the "right" way to do a squat varies greatly, depending on where you look.
The version recommended by barefoot running coach Lee Saxby emphasizes the following points: your feet and toes point very much outwards (they should be by no means parallel). Your pelvis should be very close to the ground. This helps to stretch your calves, tendons and the other muscles, and the mobility of your spine is also improved.
Here is a link to the video:
https://vimeo.com/19357331
Jumping
Apart from flexibility in the spine and stretching of your lower legs, the "cushioning effect" through the muscles in your feet has to be trained. The very simple way of training those muscles is jumping. The important thing here is not to jump particularly high or far, but to keep to the right rhythm (you have guessed it, 180bpm). Check out the video:
https://vimeo.com/19359137
This rhythm corresponds to the natural elasticity of your body's tensions - if your rhythm deviates too much from 180bpm, you will tire much more quickly, and also risk injuries.
Besides the classic two-legged jumps, you can also do one-legged jumps, which will prepare you for harder impacts, and help improve your balance.
If you have a rope, your can also use that for jumping. It will help motivate you for longer jumping sessions.
When are you ready for barefoot running?
Principally you could soon start with short distances (1-2km, off-road). If you are patient, you could do other exercises besides squats and jumps before starting to run.
But to know when you are really ready, there is something measurable out there.
Jay Dicharry of RunningTimesMagazine uploaded a Video to youtube that describes three simple tests. If you are able to pass those properly, you should have the correct prerequisites for barefoot running. Jay also emphasizes the importance of ankle mobility and the balls of the feet, especially the large toe.
The three tests are in short:
- Sitting on a chair, feet flat on the ground, knees at 90°. Move forward on the chair until your knees protrude over the tips of your toes. If your heel is still on the ground, you are good. At the same time, you should be able to lift your big toe up 30° in this position.
- Toe coordination: you should practice lifting your big toe while pressing down with all other toes, and vice versa.
- Balance on one leg: Similarly to one-legged jumps as described above, you should be able to stand on one leg for longer than a few seconds - hands on your hips, and even eyes closed.
I have to admit that I probably would not have passed all of these tests when I started running barefoot. Training before, however, have spared me the sporadic pain in my left foot that I felt in the beginning. By now, I pass all these tests easily, which shows me how important these exercises are for correct and pain-free running.
Conclusion - Preparation for barefoot running
I myself unfortunately did not perform these exercises before I started barefoot running. Luckily, I did not suffer heavy consequences. Still, I observed that some difficulties like muscle soreness or sporadic ankle pain vanished soon after I started doing these training exercises.
Barefoot running coach Lee Saxby recommends doing these exercises for two weeks before beginning to run. Additionally, I would recommend you to wear especially flat shoes in the beginning. They don't have to be barefoot shoes, but it would be nice if their heels are not 2cm or even higher.
To finish up, here is another video with some more exercises:
https://vimeo.com/12551218
Was ist eigentlich an klassischen Schuhen so schlecht?
- Falsche Passform: Heutzutage werden fast alle Schuhe viel zu schmal gebaut, weil das nach dem weit verbreiteten Modeverständnis eleganter wirkt. Das hat zur Folge, dass der Fuß sich beim Auftreten nicht spreizen kann wie er es natürlicherweise tun sollte. In den meisten Fällen sind die Schuhe von vornherein so schmal, dass der kleine Zeh nach innen gedrückt wird, und diese Zehe deshalb bei praktisch allen Füßen "verkrüppelt" nach innen steht (im Vergleich zu den anderen, geraden Zehen).
- Fersensprengung und Absätze: Bei Männern geht es oft darum, größer zu wirken, bei Frauen zusätzlich auch darum, dass High-Heels sexy sind. High-Heels sind ja sowieso grottenschlecht für Füße und auch die gesamte Haltung auf Dauer. Aber auch die Fersensprengung bei Männern hat negative Auswirkungen: Verkürzte Achillessehne bzw. Wadenmuskulatur; bei stärkerer Sprengung auch ein Hohlkreuz, damit man nicht nach vorne kippt.
- Vorne nach oben gebogene Schuhe: Gerade bei Lauf- und Trailschuhen sieht man es mittlerweile immer wieder, dass der Schuh vorne nach oben gebogen ist. Was bringt das? Nichts Positives für den Körper jedenfalls. Beim Stehen versucht der große Zeh, nach unten zu drücken - und dadurch das Fußgewölbe aufzubauen. Ist das aufgrund der Steifheit und Biegung des Schuhes nicht möglich, liegt der Fuß ganz flach im Schuh.
- Das Fußbett: Ihr habt sicher schon mal mit einem Verkäufer geredet, der euch vom fantastischen Fußbett eines Schuhes erzählt - Und wenn man in so einen Schuh hineinsteigt, fühlt es sich auch tatsächlich äußerst bequem an. Ich borg mir mal von Strong&Flex TV von Youtube folgenden Vergleich aus: Der Grund für die Bequemlichkeit ist, dass, wie in einem klassischen Bett, die Muskulatur sich hier ausruhen kann - und so wie wir sind unsere Muskeln auch gern mal faul. Der Haken an der Sache - trägt man solche Schuhe öfters bzw. sogar dauerhaft, werden unsere Fußmuskeln nicht mehr gebraucht - und was nicht gebraucht wird, bildet sich zurück.
- Mangelnde Flexibilität: Wer mit Barfußschuhen läuft oder vor allem sprintet, merkt schnell, wie viel Beweglichkeit der Füße für solch komplexe, schnelle Bewegungsmuster eigentlich erforderlich ist. Mit klassischen Schuhen samt ihrer dicken Sohle kann man kaum anständig laufen, geschweige denn sprinten, da der Fuß in einem Gefängnis ist und sich kaum bewegen kann.
- Viele Laufschuhe unterstützen die sogennante Supination: diese beschreibt die Supination die Hebung des inneren Fußrandes bei gleichzeitiger Senkung des äußeren (Quelle: Wikipedia). Supination beobachte ich auch bei mir beim Barfußlaufen - diese sollte allerdings natürlich kommen, und nicht gezwungenermaßen während des ganzen Schrittes. Viele Laufschuhe sind jedoch so gebaut, dass man von vornherein schief drinsteht, nämlich innen höher als außen. Das hat dann höhere Belastungen und somit eine größere Verletzungsgefahr zur Folge - Ich bin neulich eine kurze Strecke mit solchen Schuhen gelaufen, und mir tat nach ein paar hundert Metern schon alles weh - von solchen Schuhen ist dringendst abzuraten. (Ausnahme: wer von Natur aus eine Überpronation, das Gegenteil einer Supination vorweist, braucht laut Orthopäden sicher solche Schuhe um das auszugleichen).
- Für Wanderer: "Wanderschuhe sind nötig für einen sicheren Halt, damit man nicht umknöchelt". So einen Satz oder Ähnliches habt ihr vielleicht schon mal gehört. Die extremen Wanderschuhe gehen bis zur Mitte vom Schienbein. Eine ca. 2 cm dicke Sohle und ein besonders steifes Obermaterial sorgen für den viel beschriebenen "sicheren Halt". Dann schnürt man die Schuhe noch möglichst fest zu, und fertig ist das Debakel. Man hat seinen Fuß erfolgreich in etwas gepackt, wo er sich absolut gar nicht mehr bewegen kann - und das soll gut sein??? Bei einer Wanderung (über die werde ich dann bei Gelegenheit auch mal einen separaten Post verfassen) kürzlich hab ich den Entschluss gefasst, mit meinen Vivobarefoot Schuhen (Laufschuhe für mixed Terrain) zu gehen. - Für alle Fälle hatte ich meine "festen" Wanderschuhe mit. Fazit dieses Unterfangens: Wanderschuhe waren trotz einiger kleinen Schneeflecken, spitzer Steine und steiler Hänge eigentlich nicht nötig - zugegebenermaßen wäre ein Trailschuh vielleicht angemessener gewesen, als erfahrener Wanderer schaffte ich es jedoch auch ohne (nicht unbedingt selbst nachmachen ^^!). Bin kein einziges mal umgeknöchelt, warum sollte ich auch, für einen eingewöhnten Barfußschuhträger- und Läufer ist das kein Problem, Knöchel und Muskeln sind stark genug. Wie hätten auch sonst Ötzi, die Neanderthaler und unsere restlichen Vorfahren je Berge überqueren können? Die hatten ja auch keine Wanderschuhe...
- Knieprobleme: wie bereits schon in anderen Posts erwähnt, fängt die Fußmuskulatur beim natürlichen Gang (richtige Barfußtechnik vorausgesetzt) mehr als 50% des Stoßes ab. Das heißt, dass die restliche Beinpartie, vor allem die Knie, viel weniger von der Stoßkraft abbekommen. Wenn die Füße allerdings in einem steifen Gefängnis drinnen sind, können sie nicht richtig arbeiten, und die Knie leider darunter. Eine Bekannte sagte mir immer, sie bekomme beim Laufen sofort Schmerzen in den Knien. Ich trainierte mit ihr die Barfußtechnik, und seitdem hat sie keine Probleme mehr damit.
Zusammenfassung:
Wir nehmen uns also quasi freiwillig "Prothesen", die wir eigentlich von Anfang an gar nicht bräuchten. Nur irgendwann sind wir dann davon abhängig, weil wir absolut keine Fußmuskeln mehr haben. Ich hab das selber gespürt - hab meine teuren Trailschuhe monatelang getragen. Bin ich dann längere Strecken mit anderen, flachen Schuhen gegangen, hab ich schnell meine Achillessehne gespürt, und danach auch irgendwann die Fußmuskeln selbst.
Es gibt einige Studien, die zeigen, dass die Verletzungshäufigkeit von geübten Barfußläufern deutlich geringer ist als die von Läufern mit klassischen Laufschuhen - das hängt auch sicher mit oben angeführten Gründen zusammen. Ich werde versuchen, eine Liste von solchen Studien zusammenzustellen und zu posten.
Tipps für Anfänger - Übungen vor dem Einstieg ins Barfußlaufen
Bevor man sich die Barfußschuhe anzieht und drauflosläuft, gibt es einige Übungen, die helfen die Flexibilität des Körpers zu erhöhen. Insbesondere die natürliche "Federungsfunktion" des Fußes, der laut Studien beim barefoot running mehr als 50% des Stoßes abfängt und somit die Knie stark entlastet, muss stimuliert werden.
Kniebeugen
Eine einfache, aber äußerst wichtige Übung, ist die Kniebeuge. Jeder, der sich schon mit Kniebeugen beschäftigt hat, weiß, dass die "richtige" Version der Kniebeuge überall anders definiert wird, je nachdem wo man schaut.
Die Version, die Barefoot Running Coach Lee Saxby empfiehlt, beinhaltet recht stark nach außen hin positionierte Füße und eine sehr tiefe Haltung des Beckens - Dadurch werden die Wadenmuskeln, die Achillessehne und auch die anderen Beinmuskeln ordentlich gedehnt, die Wirbelsäule wird beweglicher. Link zum Video:
https://vimeo.com/19357331
Springen
Neben der Flexibilität der Wirbelsäule und der Dehnung der Wadenmuskeln ist auch die "Federung" der Fußmuskulatur enorm wichtig. Diese muss ordentlich trainiert werden, um die Stöße beim Barfußlaufen abfangen zu können. Speziell dafür gibt es eine ganz einfache Übung, nämlich Sprünge. Wichtig ist hierbei, nicht möglichst hoch oder weit zu springen, sondern der richtige Rythmus von 180bpm (sh video)
https://vimeo.com/19359137
Dieser Rythmus entspricht genau der natürlichen "Federung" des Körpers - wenn man stark davon abweicht, wird man sehr schnell müde, und verletzt sich leichter.
Neben klassischen Sprüngen kann man auch einbeinige Sprünge auf ähnliche Weise machen. Das ist auch eine gute Übung für das Gleichgewicht.
Wer eine Springschnur zu Hause hat, kann sich diese zur Hilfe nehmen. Das motiviert dann auch zu längeren Springsessions.
Wann bin ich bereit zum Barfußlaufen?
Prinzipiell kann man, so wie ich es gemacht habe, mit kurzen Distanzen (erstmals nur 1-2km, langsam und vorsichtig, idealerweise nicht auf Asphalt) anfangen.
Wer gerne sehr sorgfältig ist, kann aber neben den oben beschriebenen zwei Übungen (Kniebeugen und Springen) auch noch weitere machen. Doch wie weiß man, ab wann man bereit ist?
Jay Dicharry vom RunningTimesMagazine hat auf youtube ein wie ich finde gutes Video hochgeladen, wo er drei Tests beschreibt. Kann man diese ordnungsgemäß durchführen, besitzt man laut ihm die richtigen Voraussetzungen für den Start ins Barfußlaufen. Generell erwähnt er auch, dass primär die Beweglichkeit des Knöchels und der Ballen/große Zehe wichtig ist.
Die drei Tests:
Ich selbst hätte diese drei Tests wohl anfangs noch nicht bestanden - wenn doch, hätte ich mir vielleicht die sporadisch auftretenden Schmerzen im linken Fuß ersparen können.
Mittlerweile beherrsche ich diese drei Tests, auch weil ich ja zusätzlich zum Laufen mehrere Übungen mache, ohne Probleme. Ich bin davon überzeugt, dass diese Übungen richtig wertvoll sind, da sie jene Muskeln stärken, die beim Laufen notwendig sind.
Fazit Vorbereitung zum Barfußlaufen
Ich selbst hab es leider versäumt schon vor dem Laufen die oben angeführten Übungen zu machen. Abgesehen von leichten Schmerzen in meinem linken Fuß glücklicherweise ohne schlimme Konsequenzen - jedoch konnte ich beobachten, dass Beschwerden wie Muskelkater schlagartig verschwanden, als ich anfing, zusätzlich zum reinen Lauftraining auch die Übungen zu machen.
Lee Saxby empfiehlt, zwei Wochen solche Übungen zu trainieren, und dann erst mit dem Barfußlaufen anzufangen. Noch ein Tipp von mir: es hilft auch währen der Eingewöhnungsphase, wenn man möglichst flache Schuhe im Alltag trägt. Müssen nicht zwingend spezielle Barfußschuhe sein, aber doch keine Schuhe mit 2 cm Fersensprengung sondern flache wie z.b. Converse.
Zum Abschluss noch ein Video mit weiteren Übungen, um schnell die richtige Technik herauszubekommen:
https://vimeo.com/12551218
Kniebeugen
Eine einfache, aber äußerst wichtige Übung, ist die Kniebeuge. Jeder, der sich schon mit Kniebeugen beschäftigt hat, weiß, dass die "richtige" Version der Kniebeuge überall anders definiert wird, je nachdem wo man schaut.
Die Version, die Barefoot Running Coach Lee Saxby empfiehlt, beinhaltet recht stark nach außen hin positionierte Füße und eine sehr tiefe Haltung des Beckens - Dadurch werden die Wadenmuskeln, die Achillessehne und auch die anderen Beinmuskeln ordentlich gedehnt, die Wirbelsäule wird beweglicher. Link zum Video:
https://vimeo.com/19357331
Springen
Neben der Flexibilität der Wirbelsäule und der Dehnung der Wadenmuskeln ist auch die "Federung" der Fußmuskulatur enorm wichtig. Diese muss ordentlich trainiert werden, um die Stöße beim Barfußlaufen abfangen zu können. Speziell dafür gibt es eine ganz einfache Übung, nämlich Sprünge. Wichtig ist hierbei, nicht möglichst hoch oder weit zu springen, sondern der richtige Rythmus von 180bpm (sh video)
https://vimeo.com/19359137
Dieser Rythmus entspricht genau der natürlichen "Federung" des Körpers - wenn man stark davon abweicht, wird man sehr schnell müde, und verletzt sich leichter.
Neben klassischen Sprüngen kann man auch einbeinige Sprünge auf ähnliche Weise machen. Das ist auch eine gute Übung für das Gleichgewicht.
Wer eine Springschnur zu Hause hat, kann sich diese zur Hilfe nehmen. Das motiviert dann auch zu längeren Springsessions.
Wann bin ich bereit zum Barfußlaufen?
Prinzipiell kann man, so wie ich es gemacht habe, mit kurzen Distanzen (erstmals nur 1-2km, langsam und vorsichtig, idealerweise nicht auf Asphalt) anfangen.
Wer gerne sehr sorgfältig ist, kann aber neben den oben beschriebenen zwei Übungen (Kniebeugen und Springen) auch noch weitere machen. Doch wie weiß man, ab wann man bereit ist?
Jay Dicharry vom RunningTimesMagazine hat auf youtube ein wie ich finde gutes Video hochgeladen, wo er drei Tests beschreibt. Kann man diese ordnungsgemäß durchführen, besitzt man laut ihm die richtigen Voraussetzungen für den Start ins Barfußlaufen. Generell erwähnt er auch, dass primär die Beweglichkeit des Knöchels und der Ballen/große Zehe wichtig ist.
Die drei Tests:
- Man setzt sich auf einen Stuhl, sodass der ganze Fuß flach am Boden ist, Knie im rechten Winkel. Nun rutscht man vor, die Knie müssen hierbei bis knapp über die Fußspitzen stehen, ohne dass man die Ferse vom Boden hebt (Unterschenkel 30° nach vorne). Weiters sollte es in dieser Position auch möglich sein, die große Zehe um 30° nach oben zu heben, ohne dass die restlichen Zehen den Boden verlassen.
- Zehenkoordination: Man sollte üben, die große Zehe zu heben und gleichzeitig mit den restlichen Zehen nach unten zu drücken, und umgekehrt.
- Balance auf einem Fuß: ähnlich den einbeinigen, von Lee Saxby beschriebenen Sprüngen, sollte man ohne Probleme auf einem Bein stehen können (Hände auf den Hüften). Das ganze auch mit geschlossenen Augen.
Ich selbst hätte diese drei Tests wohl anfangs noch nicht bestanden - wenn doch, hätte ich mir vielleicht die sporadisch auftretenden Schmerzen im linken Fuß ersparen können.
Mittlerweile beherrsche ich diese drei Tests, auch weil ich ja zusätzlich zum Laufen mehrere Übungen mache, ohne Probleme. Ich bin davon überzeugt, dass diese Übungen richtig wertvoll sind, da sie jene Muskeln stärken, die beim Laufen notwendig sind.
Fazit Vorbereitung zum Barfußlaufen
Ich selbst hab es leider versäumt schon vor dem Laufen die oben angeführten Übungen zu machen. Abgesehen von leichten Schmerzen in meinem linken Fuß glücklicherweise ohne schlimme Konsequenzen - jedoch konnte ich beobachten, dass Beschwerden wie Muskelkater schlagartig verschwanden, als ich anfing, zusätzlich zum reinen Lauftraining auch die Übungen zu machen.
Lee Saxby empfiehlt, zwei Wochen solche Übungen zu trainieren, und dann erst mit dem Barfußlaufen anzufangen. Noch ein Tipp von mir: es hilft auch währen der Eingewöhnungsphase, wenn man möglichst flache Schuhe im Alltag trägt. Müssen nicht zwingend spezielle Barfußschuhe sein, aber doch keine Schuhe mit 2 cm Fersensprengung sondern flache wie z.b. Converse.
Zum Abschluss noch ein Video mit weiteren Übungen, um schnell die richtige Technik herauszubekommen:
https://vimeo.com/12551218
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